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Balancierender Akt: Umgang mit der Asymmetrie in deiner Yogapraxis


Hast du jemals bemerkt, dass sich eine Seite deines Körpers während deiner Yogapraxis anders anfühlt als die andere? Keine Angst, du bist nicht allein. Tatsächlich können diese Ungleichgewichte tiefe Einblicke in die komplizierte Beziehung zwischen unserem Körper und unserem Geist geben.



Asymmetrie verstehen


Was ist Asymmetrie? In der Yogapraxis können wir Asymmetrie als eine Art Ungleichgewicht im Körper betrachten. Dies kann sich in verschiedenen Formen zeigen, sei es eine leichte Neigung nach links oder eine Verspannung auf einer Seite des Körpers. Diese Unterschiede können mal subtil, mal offensichtlich sein, und wir alle tragen irgendwo ein gewisses Maß an Asymmetrie in unserem Körper.


Im Kern geht es beim Yoga darum, ein Gleichgewicht zu finden - körperlich, geistig und spirituell. Im Laufe unserer Praxis stoßen wir jedoch häufig auf Asymmetrie, d. h. eine Seite des Körpers fühlt sich stärker, flexibler oder wohler an als die andere. 


Aber warum ist das so? 

Mehrere Faktoren tragen zu diesen Unterschieden bei, darunter:


  • Dominanz: Unsere dominante Seite ist in der Regel stärker und koordinierter, während die nicht-dominante Seite mehr Aufmerksamkeit und Pflege benötigt.

  • Lebensgewohnheiten: Unsere täglichen Aktivitäten, wie z. B. das Sitzen am Schreibtisch oder das Tragen schwerer Taschen, können die Bewegung und die Funktion unseres Körpers beeinflussen.

  • Emotionaler Zustand: Stress, Spannungen und emotionaler Ballast können sich in körperlicher Form manifestieren und zu Ungleichgewichten im Körper führen.



Asymmetrien im Körper können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Haltungsfehler: Lang anhaltendes Sitzen in unvorteilhaften Positionen oder das einseitige Tragen schwerer Lasten kann zu einer asymmetrischen Haltung führen.

  • Verletzungen:  Frühere Verletzungen oder Traumata können Ungleichgewichte im Körper hervorrufen, die zu Unterschieden in Kraft, Flexibilität und Bewegungsumfang führen.

  • Skoliose: Eine seitliche Krümmung der Wirbelsäule kann zu einer asymmetrischen Haltung führen.

  • Beckenschiefstand: Eine ungleichmäßige Ausrichtung des Beckens kann die gesamte Körperhaltung beeinflussen.

  • Fußfehlstellungen: Probleme wie Plattfüße oder Überpronation können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Beine und Wirbelsäule führen.

  • Genetik: Einige Menschen haben von Natur aus eine asymmetrische Körperstruktur, die zu einer ungleichen Haltung beitragen kann.

  • Mangelnde Bewegung: Ein Mangel an Bewegung und körperlicher Aktivität kann dazu führen, dass bestimmte Muskeln verkümmern und andere überlastet werden, was zu Asymmetrien im Körper führen kann.



Anatomie und Physiologie


Vom physiologischen Standpunkt aus gesehen ist unser Körper von Natur aus asymmetrisch. Unterschiede in der Muskelkraft, der Flexibilität und der Skelettstruktur können zu Unterschieden zwischen den beiden Seiten des Körpers führen. So können beispielsweise die Muskeln auf der dominanten Seite aufgrund der stärkeren Beanspruchung stärker entwickelt sein, während die nicht dominante Seite mehr Aufmerksamkeit erfordert, um das Gleichgewicht zu halten. Das Verständnis dieser anatomischen Unterschiede kann uns helfen, unsere Praxis mit mehr Mitgefühl und Akzeptanz anzugehen.



Körper-Geist-Verbindung


Yoga lehrt uns, dass Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind. Während wir uns durch unsere Praxis bewegen, werden wir uns bewusst, wie unser geistiger Zustand unsere körperliche Erfahrung beeinflusst. Wenn wir Asymmetrien in unserem Körper feststellen, ist es wichtig, die zugrundeliegenden Emotionen und Gedankenmuster zu erforschen, die zu diesen Ungleichgewichten beitragen können. Indem wir Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung kultivieren, können wir beginnen, die Geheimnisse unserer inneren Landschaft zu enträtseln und mehr Harmonie in uns selbst zu finden.




Akzeptieren des Ungleichgewichts


Anstatt Asymmetrie als Makel oder Einschränkung zu betrachten, können wir sie als Chance für Wachstum und Selbstentdeckung begreifen. Indem wir die Unterschiede zwischen den beiden Seiten unseres Körpers anerkennen und akzeptieren, können wir ein tieferes Gefühl von Bewusstsein und Präsenz auf der Matte kultivieren.


Hier sind einige Strategien für den Umgang mit Asymmetrie in deiner Yogapraxis:

  • Konzentriere dich auf die Atembewusstheit: Benutze den Atem, um deine Aufmerksamkeit zu verankern und ein Gefühl der Einheit zwischen den beiden Körperhälften zu schaffen.

  • Verwende Hilfsmittel: Hilfsmittel wie Blöcke, Gurte und Polster können in den Haltungen Unterstützung und Hilfe bieten und helfen, Asymmetrien auszugleichen.

  • Verändere Posen: Höre auf deinen Körper und ändere die Posen nach Bedarf, um eventuelle Ungleichgewichte oder Einschränkungen auszugleichen.

  • Achtsamkeit kultivieren: Gehe mit einer Haltung der Neugier und Erkundung an deine Praxis heran, anstatt zu urteilen oder dich selbst zu kritisieren.



Auf unserem Weg durch die Yogapraxis sollten wir uns daran erinnern, dass Asymmetrie nichts ist, was man fürchten oder vermeiden sollte, sondern dass sie ein integraler Bestandteil unserer menschlichen Erfahrung ist. Indem wir die Verbindungen zwischen unserem Körper und unserem Geist erforschen, können wir unser Verständnis von uns selbst vertiefen und ein größeres Gleichgewicht finden, sowohl auf als auch außerhalb der Matte.








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